Im Dschungel der neuen Modewörter

Von infolox am 24. September 2008

Eine junge Branche kann ausgesprochen anstrengend sein. Selbst ernannte Branchenexperten kreieren beliebige Begriffe, zumeist natürlich in englischer Sprache, die später von anderen Branchenteilnehmern in unterschiedlichen Abwandlungen wiederverwendet werden, weil sie auf einmal „in“ sind. Doch der ursprüngliche Vorsatz, größere Transparenz für potenzielle Kunden zu schaffen, wird dabei weitaus verfehlt.

Die Modebranche macht es vor, jede Saison aufs Neue. Längst nennt man hohe Schuhe nicht mehr einfach nur „Highheels“ sondern tauft ihre Abwandlungen „Stilettos“, „Peeptoes“, „Pumps“ usw. Was häufig von Branchenfremden belächelt wird, existiert jedoch tatsächlich und in mindestens ebenso ausgeprägter Form im Bereich der IT-gestützten Produktkommunikation. Doch sind hier die Unterschiede in den Bedeutungen der Begrifflichkeiten häufig so gering, dass selbst Branchenkenner den Durchblick verlieren können.

Für alle denen das Begriffswirrwar ebenso zu wieder ist wie mir, wollen wir hier einen kleinen Überblick und eine Zusammenfassung über die in der Branche am häufigsten aufgeführten Begriffe verschaffen.

Als PIM (Produktinformationsmanagement) bezeichnet man die zumeist zentrale und medienneutrale Verwaltung von technischen Daten, Bildern, Marketingtexten und anderen Produktinformationen. Als IT-Unterstützung werden sogenannten PIM-Systeme verwendet. Weitere Benennungen mit gleicher Bedeutung sind PDM (Product Data Management) und PCM (Product Content Management). Je nach Funktionsumfang des Systems wird häufig auch Enterprise Product Information Management (EPIM) verwendet.

DAM steht für Digital Asset Management und bezeichnet die zentrale Verwaltung und Speicherung von beliebigen digitalen Inhalten, insbesondere von Mediendateien. DAM wird oft auch als MAM (Media Asset Management) bezeichnet. Beides gehört wiederum zum Bereich des Contentmanagement (CM).

Contentmanagement (CM) ist der Begriff für die Verwaltung der Inhalte einer Website. Die entsprechenden Systeme heißen Contentmanagement-Systeme (CMS). Mittels einer benutzerfreundlichen Oberfläche können CMS-Systeme auch von Nicht-Programmieren bedient werden. Die Begriffe ECM und WCM beschreiben lediglich unterschiedliche Anwendungsfälle.

ECM (Enterprise Contentmanagement) umfasst nach anerkannter Definition des Branchenverbandes AIIM International die Technologien zur Erfassung, Verwaltung, Speicherung, Bewahrung und Bereitstellung von Content und Dokumenten zur Unterstützung von organisatorischen Prozessen im Unternehmen. Für Systeme oder Module, die ausschließlich Web-Anwendungen dienen und die Verwaltung von Content auf internetbasierten Websites und Portalen umfassen, wird der Begriff Web Contentmanagement (WCM) genutzt. Web Contentmanagement kann auch als eine Komponente im Enterprise-Contentmanagement gesehen werden.

CMP ist die Abkürzung für Crossmedia Publishing und bezeichnet im Bereich der Medien das medienübergreifende Publizieren von Inhalten auf der Grundlage von medienneutralen Daten. Ähnliche Begriffe sind Database Publishing oder Remote Publishing. Beide Begriffe werden meist als zusammenfassender Begriff im Umfeld der IT-gestützten automatisierten Medienproduktion genannt. Dabei geht es primär um die Erstellung von Preislisten, Katalogen und Datenblättern.

Ein ebenfalls verwandter Ausdruck ist Single Source Publishing (SSP), der das Verfahren beschreibt, um aus einer Quelle mehrere Ausgabeformate zu erstellen.

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