Würden Sie einen Staubsauger kaufen,…

Von Katharina Lang am 18. September 2008

der laut Hersteller besch… ist???

Der skandinavische Hersteller Elektrolux vertrieb seine Staubsauger in den USA mit dem Slogan: „Nothing socks like Elektrolux“. Die Werber ahnten nicht dass „sock“ außer „staubsaugen“ noch: „Nichts ist so beschi… wie ein Elektrolux“ bedeutet.

(Ja, ich weiss, dass dieses Wort (“sock”) eigentlich mit “u” geschrieben wird, aber nachdem unser SEO und Blog-Experte gleich nach dem Einstellen des Artikels voller Panik an meinen Schreibtisch gerannt kam, weil Google unseren Blog bei Verwendung dieses Wortes UNVERZÜGLICH und FÜR IMMER und ewig verbannen würde, nehme ich bei einer solchen akuten Gefahr natürlich lieber einen Rechtschreibfehler als eine lebenslange, niemals wieder rückgängig zu machende Googleverbannung in Kauf.)

Je größer ein Unternehmen, desto höher wird auch die Anzahl der verwendeten Schreibweisen und der verschiedenen Benennungen für ein- und denselben Gegenstand. Bei der Bezeichnung von Produkten können kleinere Terminologiefehler zu großen Fettnäpfchen werden und damit selbst eine ganze Produktneueinführung zum Scheitern verurteilen.

Zugegeben, Marketingleute, die sich für eine einheitliche „Corporate Language“ einsetzen, haben es manchmal schwer. Während man beim Software-Hersteller damit kämpft, dass der Begriff „Contentmanagement-System“ in zehn unterschiedlichen Schreibweisen in einer einzigen Publikation vorliegt, benennt ein Schweizer Modekonzern seine Röcke im deutschen Katalog mit „Jupe“, Handys werden zum „Natel“ und das Fahrrad zum „Velo“, was kein Kunde jenseits der Albgrenze versteht.

Ganz abenteuerlich wird es für den Kunden in technischen Dokumentationen und Betriebsanleitungen. Wenn für ein einziges Teil einer Reinigungsanlage oder einer Werkzeugmaschine plötzlich fünf verschiedene Bezeichnungen innerhalb einer Gebrauchsanleitung verwendet werden, kann sich bei so manchem Kunden die Freude über das neuerworbene Stück noch vor Inbetriebnahme in Luft auflösen. Auch ist es eine Gratwanderung, sich mit seinem Produktnamen von der „breiten Masse“ abzuheben und gleichzeitig die Sprache des Kunden zu sprechen.

Wonach würden Sie „googeln“, wenn es um ein Ersatzteil für Ihre Waschmaschine geht? Nach „Einspülkammer“, „Einspülschale“, „Waschmittellade“, „Waschmitteleinspülkasten“ oder nach „Waschmittelbehälter“? Hier kann man leicht durcheinander geraten, schlimmer noch: wird im Handbuch oder in der Marketingbroschüre die falsche Benennung verwendet, landet der Verbraucher womöglich versehentlich auf der Website der Mitbewerber.

Was im technischen Umfeld zumindest die Leser noch zum Schmunzeln bringt (siehe Artikel “Terminologiemissverständnisse“), kann im Pharmabereich unter Umständen ernsthafte Konsequenzen haben: Terminologische Missverständnisse können hier im schlimmsten Fall über Leben oder Tod entscheiden.

Solche Missverständnisse können mit einer gut gepflegten Terminologiedatenbank vermieden werden, in der die zu verwendenden (bzw. nicht zu verwendenden) Bezeichnungen entsprechend gekennzeichnet sind.

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